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"Gibt es den 100%-igen Trainingserfolg?"

October 19, 2016

Hallo, ihr Lieben, im Trainingsalltag treten täglich die unterschiedlichsten Fragen auf, insbesondere die nach Aussichten des jeweiligen Trainingserfolgs. Ob die jeweilige Methode für Euch die richtige ist, könnt ihr Euch in der Regel selbst beantworten. Macht Euch das Training Spaß und ihr fühlt Euch gut in der Anwendung und habt nebenbei bemerkt auch Entwicklungsschritte in die von Euch gewünschte Richtung Eurers freudig mitarbeitenden Vierbeiners entdeckt, dann seid ihr vermutlich auf einem guten Weg. Die Fragen nach "wie lange dauert das. bis es etwas bringt" sieht in der Beantwortung schon ein wenig anders aus. Hier kommen neben bisherigen Trainingserfahrungen, Alter, Rasse, Gesundheitszustand des Hundes auch noch Eure persönlichen Unterschiede wie zum Beispiel Häufigkeit des durchgeführten Trainings, möglicherweise notwendige Konsequenz oder aber auch gutes Timing und Belohnungsraten ins Spiel.

 

Die Frage, die jedoch zugegebenermaßen am aller häufigsten auftritt, ist die nach dem 100%igen Trainingserfolg. Hierzu möchte ich eine kleine Geschichte aus einem aktuellen Training erzählen.

 

Diesen Monat hatte ich eine Kundin mit einer Weißen Schweizer Schäferhündin zu den Themen Rückruf und Leinenführigkeit im Training. Gerade über den Austausch mit Shilos Rassenkollegen und ihren Haltern freue ich mich immer ganz besonders und auch das Thema Rückruf ließ eine Teilnahme von meinem nunmehr beinahe 3,5 jährigem Trainingspartner zu. Wir trafen uns draußen an den Feldern zwischen Mülheim und Essen am frühen Abend noch vor Einbruch der Dunkelheit und starteten nach einem kurzen Kennenlernen mit dem Thema Leinenführigkeit. Alles lief wunderbar, die Vierbeiner bekamen eine kurze Spielsequenz, verstanden sich toll und Shilo war ganz in seinem Element der jungen Artgenossin seine Welt zu zeigen. Mein kleiner Jäger, der sich mittlerweile von Eichhörnchen, Hasen und natürlich auch Vögeln abriefen ließ, nach dem ich viele Stunden des Trainings zu diesem ihm offensichtlich besonders stark in die Wiege gelegten Thema zugebracht hatte, benahm sich gut, zeigte sich selbst zwar auf einem gewissen erhöhten Erregungslevel durch die nette Hündin, blieb jedoch immer ansprechbar und bereit zur Kontaktaufnahme mit mir. Wir übten also den Abruf aus dem Spiel ein nachdem die grundsätzlichen Trainingsvoraussetzungen überprüft waren und ich war guter Dinge und belohnte Shilo nach dieser ersten Übungssequenz zu diesem Thema mit dem Werfen seines Lieblingsspielzeuges, einem an einer Schnur befestigten Kong auf das abgemähte und leergeräumte Feld. Mein Hund startete und was ich nicht sah, war, dass ich dieses Spielzeug in unmittelbarer Nähe eines ausgewachsenen Kaninchens geworfen hatte, welches nun ebenfalls startete. Shilo ließ Spielzeug Spielzeug sein und gemeinsam mit seiner neuen Freundin begann die wilde Jagd, Kaninchen vorn, dahinter 2 weiße Schneebälle. Innerhalb dieser Jagd kreuzte das Kaninchen 3 x meinen Weg bis es schlussendlich in den anschließenden Brombeerhecken am Feldrand verschwand. An Abruf war in dieser Zeit nicht zu denken. All die Trainingseinheiten an der Schleppleine, die Impulskontrollübungen, die Übungen mit Hasenduft und Fell an der Reizangel, die konditionierten Abbruchsignale konnten nichts an der Tatsache ändern, dass ich den Hund (auf sein Lieblingsspielzeug) freigegeben hatte und er nun gemeinsame Sache mit einem Artgenossen machte, der offensichtlich dem gleichen Hobby frönte.

 

Letztendlich verbuchte ich dieses Erlebnis als das was es war: Ein Moment, in dem alle ungünstigen Einflüsse zusammentrafen, die nur zusammentreffen konnten: Kaninchen nicht gesehen und mit dem Spielzeug wohlmöglich fast erschlagen, Hund selbst freigegeben und ihm auch noch den passenden Begleiter zur Verfügung gestellt, etc.

 

Diesen Momenten zum Trotz sollten wir uns immer vor Augen halten, dass unser Hund ein Lebewesen ist, das seinen Instinkten folgt und dass es eben unvorhersehbare Slituationen geben kann, in denen uns das Lebewesen Hund entgleitet. Achten wir also möglichst darauf, dass zumindest unsere Umgebung sicher ist, hier zum Bespiell die nächste Straße in nicht unmittelbarer Umgebung liegt.

 

Ach - wie war noch mal die Eingangsfrage?

 

Liebe Grüße

Tina

 

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"Freude an einem Hund haben Sie erst, wenn Sie nicht versuchen, aus ihm einen halben Menschen zu machen.

Ziehen Sie statt dessen doch einmal die Möglichkeit in Betracht, selbst zu einem halben Hund zu werden."

(Edward Hoagland)

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